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 Das Riff bei Niedrigebbe
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Die Chumbe-Insel ist ein privates Naturreservat, das von der Chumbe Island Coral Park Ltd. (CHICOP)
aufgebaut und verwaltet wird. Es ist inzwischen ein weltberühmtes Modellprojekt für ein unberührtes Koralleninsel-Ökosystem. Unterwasserpark Zum
Reservat gehören ein Unterwasserpark, das erste
Korallenriff-Schutzgebiet in Tanzania, und ein
Waldreservat.Hier finden Sie ausführliche
Informationen über die Geschichte des Reservats, die
Arbeit der Park-Ranger und die Naturlehrpfade, sowie
Hinweise auf Forschungsergebnisse und Monitoring. |
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 Fächerkoralle mit Fahnenbarschen
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Die Projektgeschichte
Nachdem
wir Anfang der neunziger Jahre den aussergewöhnlichen
Artenreichtum des Saumriffs westlich von Chumbe
entdeckten, wurde es nach vielen Jahren Überzeugungsarbeit
auf Antrag von CHICOP von der sansibarischen Regierung
im Oktober 1992 unter Schutz gestellt. Das diente
nicht nur der Erhaltung der Artenvielfalt dieses
einmaligen Korallenriffs, sondern half auch der
Fischerei! Das Chumbe-Riff liegt nämlich stromaufwärts
aller wichtigen Fischgründe der Stadt Sansibar und trägt
deshalb als vollständig geschützter Brutplatz von
Korallen, Fischen und anderen Meerestieren dauerhaft
und entscheidend zur Wiederbesiedlung und Aufstockung
der Bestände dieser überfischten und geschädigten
Gebiete bei.
Am
24. Dezember 1994 erklärte die sansibarische
Regierung das Riff offiziell zum "Chumbe Reef
Sanctuary". Damit wurde Chumbe zum ersten
Korallenriff-Schutzgebiet Tansanias, und bald danach
auch von den Vereinten Nationen offiziell als solches
anerkannt.
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 Männer bei der
Arbeit!
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Die Park-Ranger
Naturschutz
ist langfristig auf die Unterstützung der Bevölkerung
angewiesen und muss deshalb oft auch kurzfristig spürbaren
Nutzen bringen. Deshalb wurden die angrenzenden Dörfer
von Anfang an in das Projekt miteinbezogen. Leute aus
den anliegenden Dörfern haben Vorrang bei allen
Arbeitsplätzen, auch wenn das den Ausbildungsbedarf
enorm erhöht, da der Bildungsstand in den Dörfern
allgemein sehr niedrig ist. Vor allem Frauen haben in
der vorwiegend islamischen Gesellschaft Sansibars
wenig Alternativen.
Ab
1992 wurden frühere Fischer aus den angrenzenden Dörfern
als Park-Ranger ausgebildet und auf der Insel
stationiert. Seitdem arbeiten sie eng mit der
Parkverwaltung zusammen, tragen volle Verantwortung für
den Schutz der Insel und berichten wöchentlich über
Vorkommnisse und Beobachtungen im Unterwasserpark und
im Waldreservat. Als erste Afrikaner wurden sie 1994
Zeuge des spektakulären Ablaichens der Korallen (Coral
spawning).
Die
Ranger spielen auch eine entscheidende Rolle bei
Umweltbildungsprogrammen in den Dörfern und bei
Schulausflügen auf der Chumbe Insel, die wir regelmässig
durchführen (Mehr Details siehe Umweltbildungsseite)
Sie
arbeiten bei Forschungsarbeiten
auf der Insel mit und halfen besonders auch bei
der Ausrottung der Rattenplage.
Sie wurden für meeresbiologische Schnorchelführungen
durch die Unterwasser- und Wattlehrpfade im Riff
ausgebildet. Besonders gerne bringen sie Gästen das
Schnorcheln bei und ziehen sie auf Wunsch auch an
Rettungsringen mit angehängten Informationstafeln (Floating
Information Modules) über die schönsten
Korallengärten!
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 Gefleckter Igelfisch
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Naturlehrpfade und Informationsmaterial
Das
Besucherzentrum hat farbenprächtige Schauwände und
Poster über die Flora und Fauna der Chumbe-Insel.
Besonders Interessierte finden hier auch Bestimmungsbücher
für Fische, Korallen und andere Lebewesen, den Chumbe
Management Plan 1995-2005 und weitere
Projektliteratur.
Naturlehrpfade
gibt es über und unter Wasser, im Riff, im
Zwischentidenbereich, im Waldreservat und in einer
Mangrovenhöhle. Auf Wunsch können auch die
sogenannten "schwimmenden
Unterwasser-Informations-Module" von den Rangern
mitgenommen werden, Rettungsringe mit
Informationstafeln, an denen sich unsichere
Schnorchler festhalten und
dabei etwas über Fische, Wirbellose und
Weichtiere nachlesen können.
Die
Naturlehrpfade und das Informationsmaterial sind allen
Inselbesuchern und vor allem auch sansibarischen
Schulklassen zugänglich. CHICOP arbeitet eng mit
lokalen Organisationen in der kostenlosen
Umweltbildung für Schulkinder zusammen.[TOP] |
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 Anemonenfisch
 Schwarzpunkt-Kugelfisch
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Forschungen und Monitoring
Für
die Einrichtung des Schutzgebietes und die
Naturlehrpfade wurden auf der Chumbe-Insel Artenlisten
der Fische, Korallen, Amphibien, Reptilien, Vögel,
Fledermäuse, Schmetterlinge und Pflanzen erstellt.
Weitere Untersuchungen wurden vom Institut für
Meereswissenschaften der Universität Dar es Salaam,
der Umweltbehörde und der Forst- und Fischereibehörde
durchgeführt. Wöchentlich notieren die Ranger alle
besonderen Vorkommnisse im Unterwasserpark und im
Waldreservat. Gegenwärtige Forschungsvorhaben
befassen sich z.B. mit Makroalgen und der
Wiederansiedlung von Steinkorallen, Bioerosion,
Fischwanderungen im Schutzgebiet, Dorfbeteiligung und
Evaluierungen.
Diese
Studien und Berichte liefern eine wichtige Datenbasis
für die Parkverwaltung und den Nachweis, dass der
konsequente Schutz des Saumriffs westlich der
Chumbe-Insel bereits grossen Erfolg hat.
Korallenwachstum und Artenvielfalt sind aussergewöhnlich
für Ostafrika. Das Chumbe-Riff hat 90% aller in
Ostafrika bekannten Steinkorallenarten, und hat auch
die weltweit katastrophale Korallenbleiche von 1998 überraschend
gut überstanden. Auch die Fisch-Populationen sind
besonders artenreich, mit fast 380 Arten aus 50
Familien. Dieser Fischreichtum zieht wiederum Wasservögel
an, wie z.B. die seltene Rosenseeschwalbe (Sterna
dougalli), die Mitte 1994 erfolgreich auf Chumbe
brütete. Noch weiss man wenig über ihre Wanderungen,
deshalb wurden ca. 200 Jungvögel beringt. Der seltene
Riesenkrebs Palmendieb (Birgus
latro) ist auf Chumbe sehr häufig und vollständig
geschützt. Im gesamten Indischen Ozean wird er
dagegen gegessen oder als Köder in Fischfallen
eingesetzt und gilt weltweit als bedroht. (Mehr
Details)
Diese
Erfolge des Chumbe-Projektes sind inzwischen von
internationalen Naturschutzorganisationen wie der
World Conservation Union (IUCN), dem World Wide Fund
for Nature (WWF), der UNESCO Umweltabteilung für Küstengebiete
und Inseln und dem Umweltprogramm der Vereinten
Nationen UNEP anerkannt. Der Chumbe-Unterwasserpark
und das Waldreservat sind beim World Conservation
Monitoring Centre (WCMC) der UN-Umweltschutzbehörde
in Cambridge, England, als Naturschutzgebiete
offiziell registriert.
Der
bekannte Korallen-Experte Prof. J.E.N. Veron vom
Australian Institute of Marine Science (AIMS) besuchte
den Unterwasserpark im Februar 1997 und bezeichnete
ihn als "einen der spektakulärsten Korallengärten
der Welt, der zudem noch aussergewöhnlich gut
gemanagt wird.”
Eine ausführliche
internationale Diskussion über das Chumbe-Projekt
kann eingesehen werden in einer Website der UNESCO,
unter www.csiwisepractices.org (Username: CSI,
Password: WISE), in der Kategorie Ostafrika.[TOP]
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